Kategorie: Erzählung & Lyrik

“Nicht so welche Sprüche, Mami!” Affengeschichten von Mara Winter

Mit zwei Jahren hat Fuffo zu reden begonnen und seitdem nie wieder damit aufgehört. Wie er und seine Schwester Motte, das stoischste Kleinkind der Welt, das Leben und den Familienalltag kommentieren, ist tiefsinnig, naiv, schlagfertig, komisch und rührend.
Mara Winter hat über Jahre hinweg die Bonmots ihrer Kinder gesammelt, die sich einer wachsenden Fangemeinde auf Facebook erfreuen. Erstmals liegen nun die gesammelten “Affengeschichten” von Fuffo und Motte in Buchform vor, kongenial illustriert von timlo. Zum Stöbern, Schmunzeln und Weiterverschenken.

Mein Fazit:
Ich habe beim Lesen sehr viel schmunzeln müssen, da der eine oder andere Spruch auch aus dem Mund meiner Tochter hätte stammen können. Vielen Dank liebe Mara, dass du dir die Mühe gemacht hast, die Anekdoten deiner Kinder zu sammeln. Sie wecken definitiv Erinnerungen an die eigenen Kinder, die leider viel zu schnell vergessen werden, wenn man sie nicht notiert …

Viel Spaß beim Lesen! Eure Steffi

Flensburg – Um drei bei Eduscho von Britta Bendixen

unbenanntWer liest sie nicht gerne – Erinnerungen an Begebenheiten, die in der eigenen Stadt spielen? Erinnern Sie sich an die Leierkastenfrau Mudder Ömchen, an den legendären Winter 1978/1979, als die Schneewehen mehrere Meter hoch waren, oder an die Anfänge der SG Flensburg-Handewitt in der Fördehalle? Waren Sie in den goldenen 80er-Jahren an der Küste unterwegs? Wie entstand überhaupt das Schuh-Phänomen in der Norderstraße? Und was ist aus dem Nashorn geworden, das das Rathaus schmückte – und wie kam es überhaupt dorthin? Britta Bendixen nimmt Sie mit auf eine amüsante und unterhaltsame Reise durch die jüngere Geschichte Flensburgs. Viel Spaß beim Lesen!

Mein Fazit:

Mit diesem Buch habe ich einen Ausflug in meine Kindheit gemacht, der mich zum Schmunzeln gebracht und der viele Erinnerung geweckt hat. Einfach schön!

Viel Spaß beim Lesen! Eure Steffi

Grenzlandschaften oder Die Wut der Schafe Hrsg. Monika Walther

covrkoogschreiber_1Nimm dich zusammen, sagte ich auf meiner Reise vom Nordmeer zur Ostsee, durch Polen, Litauen, Lettland, Estland, nimm dich zusammen. Lächle und ziehe die Mundwinkel nach oben und halte die Augen trocken. Keine Träne wegen dieser Liebe. Keine Träne um dieses Leben. Niemand kommt dort an, wo er hin will. Höre die Worte der anderen, höre in der Ferne die Wellen. Was ist passiert? Ich habe ein Messer im Herz. Es könnte ein Brotmesser sein, eines mit Widerhaken. Mein Himmel ist in die Hölle gefallen. Aber der eine Blick die Himmelsleiter hinauf, über Mauer und Beton, über das Land, durch das Fensterglas. In die Höhe der Schneemützen und Wellenberge. Mir ist der Traum nicht gestorben. Jetzt gehe ich los. Ich setze meine Füße in die Luft und sie tragen mich auf das Schiff. Ich war mehr als die vielen kleinen Schlucke aus Gläsern und Flaschen. Ich verlasse die Fluglinie Betäubung. Der Morgen ist da. Die See grau. Ich fahre ans Ende der Ostsee. Und weiß nicht wohin – Das Ende der Erzählung, mit der ich 2012 die erste Koogschreiberin wurde. Im August 2012. Hamburg, Elbe, Blankenese und Schulau kannte ich, Kiel und Flensburg. Im Kloster Cismar war ich zweimal mit einem Stipendium. Aber das Dithmarscher Land war mir unbekannt. Die Köge am Rand der Welt und die Kohlfelder, die Salzwiesen mit ihren leise murrenden Schafen, das in der Sonne glänzende Wattenmeer. Der Himmel mit mir bisher unbekannten Wolkenbildern. Als Erstes las ich mich durch die Geschichte des Landstrichs: so viele Kriege zwischen Dänen, Preußen, Schweden, Russen, Österreichern, so viele Grenzziehungen und Flüchtlinge. Und weiter zurück in der Geschichte: die großen Sturmfluten, die Tausende Menschen ertränkte. Das Dorf Rungholt versank in den Fluten. Aber es gab auch Zeiten, da konnten die Menschen vom Koog bis nach London laufen. Da lagen die Köge nicht am Rand der Welt. Die meisten Menschen haben ein Messer im Herz und Sehnsüchte, die sie dazu bringen könnten, alle inneren und äußeren Grenzen zu übertreten. Was geschieht, ist eine Frage der Erziehung, der Religion und vor allem des Zustands der Zivilisation, des gesellschaftlichen Referenzrahmens. Von all den Blicken in die ‚Abgründe‘, Verletzungen und Grenzüberwindungen erzählen die Geschichten, die für die Ausschreibung ‚Grenzlandschaften‘ von deutschsprachigen Autoren und Schriftstellerinnen aus fünf Ländern geschrieben wurden. Es geht nicht um große Politik, von außen betrachtet, sondern wie Menschen handeln, was sie einander antun, wie sie helfen, was sie erleben, wie sie in den vielen verschiedenen Grenzlandschaften leben und vor allem, wie und ob sie neue Wege finden. Sicher sind wir nirgends, weder im Inneren noch nach außen, schon gar nicht mit Stacheldraht um die Herzen gewickelt noch mit meterhohen Zäunen, die unseren Besitz schützen sollen. Diese Sicherheit hat es nie gegeben. Gute Zeiten für die Menschen waren immer zivilisierte Zeiten. Den Autorinnen und Autoren danke ich als Leserin und als Herausgeberin.

Mein Fazit:

Die Autoren dieses Buches interpretieren auf ihre jeweils ganz eigene Art den Begriff Grenzlandschaften. Ich finde, dass die Zusammenstellung der unterschiedlichen Geschichten gelungen ist und kann es kritisch denkenden Lesern auf jedem Fall empfehlen.

Viel Spaß beim Lesen! Eure Steffi

Und dann ist das Kaninchen gestorben Hrsg. Renate Maria Riehemann

coverharzkindWas kann das für Folgen haben, wenn plötzlich und unverhofft ein Kaninchen stirbt – das Kaninchen. Eines ist klar: Es wird sich etwas verändern. So oder so! Im schlimmsten oder auch besten Fall ist ab jetzt gar nichts mehr, wie es vorher war. Harzer Autoren haben sich den plötzlichen Wendungen und Umbrüchen im Leben auf ihre ganz individuelle, vielfältige und lebendige Art und Weise gestellt. Manche Umbrüche sind erhofft, manche unverhofft, manche freiwillig, manche erzwungen, manche mit weitreichenden Folgen. Nur äußerst selten spielt das Kaninchen dabei eine Rolle. Das lesenswerte Ergebnis sind kurzweilige, lustige, verrückt-fantastische, aber auch besinnliche, tiefsinnige und traurige Gedichte und Geschichten. Hand in Hand präsentieren sie sich im vorliegenden Band.

Mein Fazit:

Ein Buch, das durch abwechselungsreiche Geschichten und Gedichte verschiedener Autoren überzeugt. Es trägt zur Erheiterung bei und regt den Leser zum Nachdenken an.

Viel Spaß beim Lesen! Eure Steffi

Geschichten aus der Pferdeklappe von Petra Teegen

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Als Petra Teegen vor sechsundzwanzig Jahren den kleinen, gescheckten Ponymann Pirat aus Anbindehaltung befreite und freikaufte, war ihr nicht klar, dass dies der erste Schritt auf einem von Tränen und Lachen begleiteten langen Weg war. Sie rettete noch Tex, Herr Schröder, Beach Boy und viele andere Pferde und fand für sie ein neues Zuhause. Über die Jahre kamen immer mehr und so gründete Petra Teegen 2013 den Verein Pferdeklappe e.V./Notbox, um Menschen und Tieren in Not schnell helfen zu können. Denn hinter jedem Klappenpferd steht ein schweres Schicksal: Menschen, die krank wurden und ihre Tiere nicht mehr versorgen konnten oder durch Schicksalsschläge in finanzielle Schwierigkeiten gerieten. Aber auch rücksichtslose Pferdehalter kreuzten den Weg der Frau, die die erste Pferdeklappe Deutschlands einrichtete. Begegnungen, die berühren – davon erzählt Petra Teegen. Es sind Geschichten von Wut und Freude, Rettung und Abschied, Elend und Erfolg.

 

 

 

Mein Fazit:

Eindrucksvoll erzählt Petra von einigen Pferdeschicksalen und wir gewinnen ein kleinen Einblick rund um die Pferdeklappe. Zum Schluss flossen bei mir persönlich die Tränen von dem Schicksal der Stute Esmeralda. Ein kleines feines Büchlein, das nicht nur Pferdefreunde begeistern wird.

Viel Spaß beim Lesen! Euer André

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